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Marktgemeinde Perchtoldsdorf
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sehenswürdigkeiten in perchtoldsdorf

Perchtoldsdorf ist seit dem Biedermeier ein beliebtes Ziel von Sommergästen, Ausflüglern und Touristen. Bedingt durch seine Lage fernab der wichtigsten Verkehrsverbindungen verbrachte der Markt das 19. Jahrhundert im Abseits des Fortschritts. Es war gerade diese Verschlafenheit, die die ersten Gäste anzog. Der mittelalterliche Ortskern mit der zentralen Burg-Kirchenanlage und dem spätgotischen, freistehenden Turm hat die stürmische Entwicklung des vergangenen Jahrhunderts ebenso unbeschadet überstanden wie der historische Marktplatz mit barocker Pestsäule, Rathaus aus dem 15. Jahrhundert und schönen alten Bürgerhäusern aus Gotik und Renaissance.

Sechs kleinere, in historischen Gebäuden eingerichtete Museen bieten anregende Möglichkeiten, den Ort und seine Vergangenheit näher kennenzulernen. Aber auch Neues hat hier seinen Platz. Hans Holleins aufsehenerregende Gestaltung des Perchtoldsdorfer Ratsaales beispielweise, eine künstlerische Arbeit, die durch das Spiel von Alt und Neues insgesamt Neues schafft.

Historische Profan- und Sakralbauten aus Gotik,
Renaissance und Barock

Der 60 m hohe, freistehende Wehrturm, ein Meisterwerk spätmittelalterlicher Festungsbaukunst (1450-1521), ist seit rund einem halben Jahrtausend das Wahrzeichen des Marktes. Der untere Teil des mächtigen Quaderbaus bis zur Gewölbezone der Nikolauskapelle war bereits um 1460 fertiggestellt. Dann wurden die Zeiten zunehmend unruhig und bedingten eine jahrzehntelange Unterbrechung des Turmbaus. Die Bautätigkeit wurde erst 1518 wieder aufgenommen, dann aber zügig zum Abschluß gebracht. Als Vollendungsjahr gilt nach der oberhalb der Turmuhr eingemeißelten Jahreszahl 1521, der Wehrgang war nachweislich aber erst 1523 fertiggestellt. Das spätgotische Bauwerk besitzt schöne Maßwerkfenster und ein steiles Walmdach, die markanten Erker hatten ursprünglich kegelförmige Dächer, die heutigen Zwiebeldächer stammen aus der Zeit um 1700.

Man betritt den Turm von der Westseite und gelangt zunächst in die Nikolauskapelle mit der Thomas-Ebendorfer-Gedenkstätte. Unter dem Turm befindet sich die Brunnenstube mit dem tiefen Brunnen. Eine schmale Wendeltreppe führt in die oberen Geschosse. Die Türmerstube wurde zu einem Museum der Ortsgeschichte ausgebaut, das darüberliegende Geschoß beherbergt das Archäologische Museum der Marktgemeinde Perchtoldsdorf. - Von der auf mächtigen Steinkonsolen ruhenden Galerie hat man einen überwältigenden Ausblick in das Wiener Becken und hinein in den Wienerwald.

Öffnugszeiten: 1. Mai bis 1. Oktober jeweils an Sonn- und Feiertagen 13.00 - 18.00 Uhr.

Das ursprünglich der Muttergottes geweihte Pfarrkirche geht in ihren Anfängen in das 13. Jahrhundert zurück. Über den Ruinen der 1270 geweihten romanischen Kirche wurde zunächst eine Burgkapelle errichtet und 1338 geweiht.

In einer weiteren Ausbaustufe entstand der nach Osten vorspringende Hauptchor mit zwei Seitenschiffen. An der gotischen Ausgestaltung dieser Pfarrkirche war nach Meinung von Bauhistorikern auch die Wiener Dombauhütte von St. Stephan beteiligt. Unter der Schirmherrschaft Pfarrer Thomas Ebendorfers (1388-1464) wurde an den bestehenden, mit Kreuzrippen gewölbten Ostteil ein höherer, sternrippengewölbter Westteil (Langhaus) angefügt (Ausbau Ende 15. Jh. abgeschlossen).

Von der reichhaltigen gotischen Ausgestaltung sind nur ein Sakramentshäuschen mit prächtiger schmiedeeiserner Gittertür und einige Epitaphien - zwei davon befinden sich heute im Wehrturm - erhalten geblieben. Am Kirchenäußeren sind insbesondere das Relief "Mariä Krönung" im Bogenfeld des Nordportales (um 1400) und dessen Gegenstück, "Mariä Tod" über dem Südportal (vor 1449) sowie das an der Außenseite vor dem Aufgang angebrachte Ölbergrelief (1511) von einiger kunsthistorischer Bedeutung.

Die Kirche wurde im 19. Jahrhundert regotisiert, der barocke Hochaltar (1700) mit dem Hauptbild "Mariä Himmelfahrt" stand bis 1951 in der Spitalskirche.

Dem Südportal der Pfarrkirche fast genau gegenüber liegt der Eingang in die Martinikapelle, die als spätgotischer Karner 1512-1520 errichtet wurde. Sie erhebt sich über annähernd quadratischem Grundriß, dem im Osten ein 5/8-Chorschluß angefügt ist. Das Gruftgeschoß weist ein von einer Mittelsäule getragenes Fächergewölbe auf, im Obergeschoß zeigt der Hauptraum ein Netz-, der Chor ein Sternrippengewölbe. Der Karner ist der jüngste Teil der einstigen Burg und durch eine Mauer mit dem Südturm verbunden. Seit 1953 beherbergt die Kapelle die Gedächtnisstätte für die Opfer der beiden Weltkriege.

Die Herzogsburg hinter der Pfarrkirche, ein noch heute eindrucksvolle Burganlage, gehört zu einer Kette von Wehranlagen, die im 11. Jahrhundert am Ostabfall des Wienerwaldes errichtet wurden. Sie war ursprünglich Sitz babenbergischer Dienstmannen. Im 14./15. Jahrhundert residierten hier die Fürstinnen aus dem Hause Habsburg.

Zwischen Pfarrkirche und Martinikapelle (Karner) kommt man zunächst zum Gadenbau mit seinem romanischen Doppelbogenfenster, unmittelbar daran erstreckt sich der große Palassaal, dessen Erdgeschoß ein aus dem 17. Jahrhundert stammendes zweischiffiges Kreuztonnengewölbe auf schweren Viereckpfeilern aufweist (Rüstkammer). Der an der Westseite der Burg angebaute gotische Söller mit hervorragendem Steinmaßwerk stammt aus dem 14./15. Jahrhundert.

Seit ihrer Revitalisierung in den Jahren 1964-1967 ist die Burg eine beliebte Veranstaltungslocation. Nach einem viel beachteten Um- und Ausbau in den Jahren 2008-10 präsentiert sie sich als modernes Veranstaltungszentrum und verbindet den Charme von 1000jähriger Geschichte mit einer faszinierenden Palette möglicher Event-Nutzungen.

Der Burghof ist alljährlich Schauplatz der Perchtoldsdorfer Sommerspiele, eines Theaterfestivals, das seit 1976 im Juli hier stattfindet.

Besichtigungen:
Nach Anmeldung unter T 01/866 83-211,

Das Rathaus, Marktplatz 10, ist neben dem Wagnerhaus (Marktplatz 23) das einzige Haus im Ort, das auch äußerlich seinen gotischen - in diesem Fall spätgotischen - Charakter bewahrt hat. Es stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und war zunächst ein Bürgerhaus, das erst 1554 als Rathaus in Verwendung genommen wurde. Der feingliedrige Doppelbau mit hochgezogenen Giebeln und einer mit A-Secco-Malerei (1526) geschmückten Fassade sowie einem gotischen Erker aus der Zeit vor 1500 dient auch heute noch als Versammlungsort des Gemeinderates.

Der 1976 vom weltbekannten Architekten Hans Hollein neugestaltete Sitzungssaal im ersten Stock ist mit einer prachtvollen Stuckdecke (um 1700) sowie Fresko-Bildnismedaillons der Perchtoldsdorfer Marktrichter zwischen 1530 und 1737 ausgestattet (Besichtigung während der Museumsöffnungszeiten). Ein berühmtes Wandgemälde (mit Legende) im Bürgermeisterzimmer stellt die Türkengreuel von 1683 dar. Der rechte Gebäudeteil, in dem heute ein Gasthaus untergebracht ist, weist bereits Formen der beginnenden Renaissance auf: die hofseitigen Erker des ersten Stockes etwa oder die überdachte Hoftreppe, über die man früher in das Osmanen- und Deutschmeistermuseum gelangte (heute Eingang vom Marktpkatz aus über das neue Info-Center).

Die 1713/14 errichtete Dreifaltigkeits- oder Pestsäule auf dem Marktplatz ruht auf einem von Steinvoluten eingefaßten steinernen Quader. Auf ihr thront die Hl. Dreifaltigkeit in barocker Darstellung. Das bemerkenswerte Relief an der Südseite des Quadersockels mit der Darstellung der Pest in Wien wird vielfach dem berühmten Barockkünstler Fischer von Erlach zugeschrieben.

Der Knappenhof, Wiener Gasse 17, ein auf dem Gelände eines seit 1380 nachweisbaren landesfürstlichen Lehenhofes in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtetes Barockschlößl, wird gerne als der schönste Profanbau Perchtoldsdorfs bezeichnet. Das Herzstück des reizvollen Innenhofes ist die von zwei kräftigen Atlanten gestüzte Freitreppe. Aus der Entstehungszeit des Schlosses stammen auch die restaurierten mythologischen Figuren in der barocken Gartenanlage (Zellpark). Von 1795-1848 bestand im Knappenhof ("Knappen-Straße", ursprünglicher Name der Wiener Gasse) die 1. Kattundruckerei Österreichs. Das Barockschlößl befindet sich seit 1971 samt neugestalteter Parkanlage im Besitz der Marktgemeinde.
1983 wurde es prachtvoll restauriert.

Die Spitalskirche zur Hl. Dreifaltigkeit, ein gotischer Bau, wurde von Herzogin Beatrix 1399 als zum Spital gehörige Kirche gegründet und 1406-1419 erbaut. Der einschiffige, vierjochige Bau mit 5/8-Chorschluß wirkt von außen einfach und schmucklos, nur von einem dachreiterartigen Türmchen und hohen Maßwerkfenstern aufgelockert. Im Inneren überrascht ein schönes Gewölbe mit sternförmigen Rippen. Bemerkenswert ist die zweiteilige Orgelempore mit gotischem Orgelfuß. Der neugotische Hochaltar stammt aus der Pfarrkirche (1951 übernommen). Vom Bürgerspital selbst sind nur unbedeutende Reste erhalten.

Das Hugo Wolf-Haus, Brunner Gasse 26, ist ein typisches Weinhauerhaus aus dem 16. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert war es kurze Zeit im Besitz der Schwarzspanier, der Benediktiner von Montserrat. Die mehrmalige Anwesenheit des berühmten Komponisten Hugo Wolf (1860-1903) verleiht dem Haus besondere kulturhistorische Bedeutung. Hier entstanden während mehrerer Aufenthalte in den Jahren 1888 bis 1896 116 seiner schönsten Lieder, u. a. die Vertonungen der Gedichte Mörikes, das Spanische und der zweite Teil des Italienischen Liederbuches sowie die Oper "Der Corregidor". Heute sind hier eine Hugo-Wolf-Gedenkstätte und ein Hugo-Wolf-Museum eingerichtet.

Ein im Kern spätgotisches, ursprünglich wohl größeres Gebäude ist der Pfarrhof, Marktplatz 14. Sein heutiges Gepräge gab ihm Kardinal Migazzi durch Umbauten im 18. Jahrhundert. Die Fassade ist jünger, sie stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Historische Bürger- und Bauernhäuser

Besichtigung nur mit Einwilligung des Eigentümers möglich.

Das Regenhart-Haus,
Marktplatz 6, ein Renaissancebau aus der Zeit um 1600, ist in seinem Kern spätgotisch. Das Gebäude schloß bis 1791 als "Eckhaus bei der Burg" im Norden an die Kirchenbefestigung an. Die prächtige Säulenarkade im Hof verleiht dem Gebäude südliches Flair; die Rauchküche, rechts von der gewölbten Hofeinfahrt, wurde von den früheren Besitzern über die Jahrhunderte herübergerettet.

Das Gottschall-Haus,
Marktplatz 22, aus der ersten Hälfte 16. Jahrhunderts, weist einen Pfeilerarkadenhof auf, in dem sich gotische Stilelemente mit Stilelementen der Renaissance auf harmonische Art vermischen.

Der Name des Lebzelter-Hauses,
Marktplatz 9, leitet sich vom seit 1685 hier beheimateten Gewerbe ab. Das Gebäude ist ein Renaissancebau mit spätgotischem Kern aus dem 16. Jahrhundert. Auf dem barocken Giebel findet sich, wohl als Hinweis auf das Errichtungsjahr, die Jahreszahl 1513.

Strenningerhof
Das wohl stattlichste Renaissancegebäude Perchtoldsdorfs ist der Strenningerhof, Marktplatz 3, mit einem besonders schönen Arkadenhof mit toskanischen Säulen und einem kleinen Runderker an der Südwestseite. Das Ende des 16. Jahrhunderts entstandene Gebäude ist nach Adam Strenninger benannt, jenem unglücklichen Marktrichter zu Perchtoldsdorf, der bei dem von Streifscharen 1683 verübten Massaker nach der Überlieferung als erster niedergemetzelt wurde.

Der Scharinger-(Knochen-)Hof
Elisabethstraße 4, wird gerne als ältestes erhalten gebliebenes Bürgerhaus des Ortes bezeichnet. Im Mittelalter dürfte hier eine Stauanlage zur Bewässerung des Befestigungsgrabens bestanden haben. Das in seinem Kern ins 14. Jahrhundert zurückgehende Gebäude besticht durch seine regellose Bauweise, es zeigt ein Winkelwerk aus spätgotischen Elementen und Stilmerkmalen. Der Gang im Halbstock ist mit Tierknochen (Name) gepflastert.

Das Haus Elisabethstraße 18
ein Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert mit spätgotischem Kern gilt als Haus der Gottesleichnamszeche, einer mittelalterlichen Bruderschaft des Ortes. Hier verstarb 1774 der Sprach- und Naturforscher Johann Popovic (U 1774).

Haus Wiener Gasse 4
Ein besonderes Kleinod kleinstädtisch-frühneuzeitlicher Baukunst ist das Haus Wiener Gasse 4. Die Anlage ist durchdrungen vom vornehm-ruhigen Geist der Renaissance des 16. Jahrhunderts. Etwas behäbig, aber niemals protzig, vermittelt es den Eindruck ruhiger Geborgenheit.

Das Gluckhaus
Wiener Gasse 22, ein Barockbau aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, war in den Jahren 1781-1787 Eigentum und Wohnstätte des Komponisten Christoph Willibald Gluck.

Beim Haus beim "Markttor",
Hochstraße 7, einem gotischen Bürgerhaus des 15. Jahrhunderts, stand bis 1786 das nördliche Tor der Marktbefestigung.

In ihrem Kern gotisch sind auch das barocke Bürgerhaus, Hochstraße 25-27, das fränkische Bauernhaus, Hochstraße 34 mit gotischem "Schlupftürl" und das Renaissance-Bürgerhaus, Hochstraße 71, ein prachtvolles Gebäude mit langem Flacherker auf Steinkonsolen (um 1600).

Das moderne Perchtoldsdorf

Ein Rundgang durch Perchtoldsdorf sollte auch die kleinen Meisterwerke der Architektur des ausgehenden 20. Jahrhunderts nicht unbeachtet lassen.

Hans Holleins aufsehenerregende Gestaltung des Perchtoldsdorfer Ratssaales beispielsweise, eine künstlerische Arbeit aus den Jahren 1973-76, die durch das Spiel von Alt und Neu insgesamt Neues schafft.

Oder Heinz Tesars 1983 entstandenes "Haus der Feuerwehr" in der Donauwörther Straße unweit der Spitalskirche - es gilt in Fachkreisen als äußerst gelungenes Beispiel kommunalen Zweckbaus. Auch hier wurde ansprechende Architektur gedankenloser Massenware vorgezogen.

Das älteste der sogenannten "modernen" Architekturbeispiele ist das Kulturzentrum in der Beatrixgasse. Es wurde 1976 eröffnet und 1999 einer Renovierung unterzogen. Architekt Stefan Bukovac hat diesen mutigen Bau geplant, der bis heute Gegenstand kontroversieller Diskussionen geblieben ist.

Auch bei der Errichtung kommunaler Wohnhäuser bzw. bei der Revitaliserung bestehender Gebäude setzt man in Perchtoldsdorf auf gute Architektur: Die 1995 fertiggestellte Wohnanlage am Kamtnerweg, ein Werk des Wiener Architekten Hermann Czech, oder die Mitte der achtziger Jahre erbaute Wohnanlage in der Donauwörtherstraße/Ecke Wiener Gasse 30-32 von Rainer Wieden sind zwei herausragende Beispiele.

Ein Kreuzweg auf den Hochberg

Auf dem bereits in der Urgeschichte verwendeten Kultplatz Hochberg errichtete der Vorarlberger Bildhauer Herbert Meusburger einen modernen Kreuzweg.
Meusburger setzte seine Kreuzwegformation aus 77 einzelnen Steinmodulen zusammen und entwickelte sie aus der Geometrie des Kreuzes. Der dunkle Serpentin und der helle Granit betonen den inhaltlichen Aspekt der 14 Stationen: die einander gegensätzlichen Pole von Tod und Leben, das Trennende und das Verbindende. Der Künstler erinnert mit seinem Werk nicht ausschließlich an die Passion Jesu: In einer Skulptur befinden sich Granitsteine aus Mauthausen und wecken Assoziationen mit dem Leid der KZ-Opfer.

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