Perchtoldsdorfer Geschichte und Geschichte(n) zum Theater

Ein Abend zu 50 Jahren Sommerspiele

Vorne: Gregor Gatscher-Riedl, Rula Shamoon, Sophie Ottensamer, Emilja Maletic (Pianistinnen), Bürgermeisterin Andrea Kö, Intendant Alexander P. Kubelka, hinten: Felix Birbach, Anna Badjura, Moritz Weigl, Lea Föger und Maria Jenner von der Franz Schmidt-Musikschule, jeweils v. l. n. r. / ©MGP / Johanna Hoblik


Die Perchtoldsdorfer Sommerspiele im Burghof werden 50 Jahre alt bzw. jung. Die Produktionen vor der einmaligen Kulisse von Herzogsburg, Pfarrkirche und Turm sind der Endpunkt einer noch längeren Perchtoldsdorfer Theatergeschichte, die wiederum in ein größeres Ganzes eingebettet ist, wie Gemeindehistoriker Gregor Gatscher-Riedl gestern im Festsaal der Burg ausführte. 

 

Bis in die Barockzeit reichende Theatertradition 

Die institutionelle Perchtoldsdorfer Theatertradition beginnt mit Passionsspielen der Barockzeit und dem „Thespiskarren“ der Vorstadtbühnen im 18. Jahrhundert. 1933 schrieb der örtliche Dichter Karl Leopold Schubert ein „Festspiel“, das hinter der Burg aufgeführt wurde und die 250. Wiederkehr der Zerstörung Perchtoldsdorfs im Osmaneneinfall 1683 in freier Bearbeitung thematisierte. Mit diesem Stück wurde der Perchtoldsdorfer Burghof zum ersten Mal in eine Freilichtbühne verwandelt, woran seit 1976 mit hochkarätigem, gegenwartsbezogenem Sprechtheater angeknüpft wird. 

 

 Kubelka: „Theater mit dem Mut zu großen Themen“ 

Einen jugendlichen Blickwinkel brachten nicht nur die hoch talentierten Klavierschülerinnen ein, sondern auch die Franz Schmidt-Musikschule in dem von der Film- und Medienklasse (Lehrkraft Leo Föger) gestalteten Film „Sommerspiele … WHAT !?“ zum örtlichen Theatergeschehen, der von Intendanten und Regisseur Alexander Paul Kubelka begeistert aufgegriffen wurde. „Die Sommerspiele haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie den Mut zu großen Themen besitzen und auf ein Publikum zählen können, das bereit ist, sich berühren und überraschen zu lassen“, so Kubelka, der im Gespräch mit Bürgermeisterin und Kulturreferentin Andrea Kö seine vierte Perchtoldsdorfer Produktion „Till Eulenspiegel“ nach einem Text Charles De Costers vorstellte, die von einem Ensemble unter anderem mit Fabian Krüger Jakob Seeböck, Michael Masula, Wiltrud Schreiner, Larissa Fuchs, Pascal Lalo ab 2. Juli im Burghof umgesetzt werden wird.

 


05.05.2026