zeittafel
| Um 1140 Erste Erwähnungen des Namens "Perchtoldsdorf"; die Burg ist Sitz einer Dienstmannenfamilie der Babenberger ("Herren von Perchtoldsdorf").
1217 Gründung der Pfarre durch den Passauer Bischof Ulrich II. und den Burgherrn Otto von Perchtoldsdorf. Um 1236 Zerstörung der Pfarrkirche im Verlauf einer Fehde zwischen Herzog Friedrich II. von Österreich und Otto von Perchtoldsdorf. 1267 Ablaßbestätigung. Sie steht wahrscheinlich mit dem Wiederaufbau der Pfarrkirche in Zusammenhang. 1270 Weihe der wiederaufgebauten Pfarrkirche durch Bischof Petrus von Passau. Um 1284 Otto von Perchtoldsdorf, vermutlich ein Sohn des Pfarrgründers, leistet "freiwillig" Verzicht auf Reichslehen, die dem Habsburger Herzog Albrecht I. von Österreich zufallen. Zerstörung der Burg Kammerstein bei Perchtoldsdorf. 1286 Otto von Perchtoldsdorf, "Kämmerer" von Österreich, stirbt. Das im Mannesstamm erloschene Haus der Herren von Perchtoldsdorf wird von den Habsburgern beerbt. 1308 Perchtoldsdorf wird anläßlich einer Verpfändung von landesfürstlichen Gütern erstmals "Markt" genannt. 1332 Herzogin Johanna von Pfirt residiert in Perchtoldsdorf. 1386 Herzogin Beatrix von Zollern residiert in Perchtoldsdorf. 1400 Erstes Jahrmarktprivilegium. 1404 Zweites Jahrmarktprivilegium. 1406 Herzog Wilhelm verleiht den Perchtoldsdorfer Bürgern Wappen und Siegel. Um 1407 Herzogin Beatrix gründet das Spital. 1414 Erster "Stiftbrief" des Spitals, Herzogin Beatrix stirbt. 1415 Herzog Albrecht V. von Österreich verleiht dem Markt die Blutgerichtsbarkeit. 1420-1421 Judenverfolgung in Wien und Niederösterreich, Untergang der mittelalterlichen Judengemeinde von Perchtoldsdorf. 1435 Thomas Ebendorfer wird Pfarrer von Perchtoldsdorf. 1446 Johann Hunyadi, Gubernator von Ungarn, fällt mit Heeresmacht in NÖ ein. Zahlreiche Perchtoldsdorfer Häuser werden dabei durch Brand vernichtet. 1449 Weihe der Pfarrkirche, deren westlicher Hallenteil damals vollendet wurde. Um 1450 Beginn der Errichtung des Wehrturmes. 1452 Papst Nikolaus V. gewährt den Teilnehmern an der Perchtoldsdorfer Fronleichnamsprozession einen Ablaß. 1464 Tod des Pfarrers Thomas Ebendorfer. 1465 Söldner des Kaisers und der Stadt Wien erobern nach längerer Belagerung die von den Grafen von St. Georgen und Pösing besetzt gewesene Burg von Perchtoldsdorf. 1475 Die Pfarre wird mit der Wiener Dompropstei vereinigt. 1476 Der vornehme Türke Bajezid Otman übernimmt von Kaiser Friedrich II. die Pflegschaft der Burg. 1477-1490 Perchtoldsdorf wird von Söldnern des ungarischen Königs Matthias Corvinus besetzt. 1490 Tod des Matthias Corvinus. Wien und Niederösterreich werden von Maximilian I. für die Habsburger zurückgewonnen. 1493 Maximilian I. gründet das niederösterreichische Vizedomamt, dem die Beaufsichtigung des landesfürstlichen Kammergutes und somit auch der "Herrschaft Perchtoldsdorf" obliegt. 1512-1520 Errichtung der Martinikapelle. Um 1521 Vollendung des Wehrturms. Ausbruch einer Pestepidemie, Konflikt zwischen dem Perchtoldsdorfer Pfarrer und der Gemeinde, wobei erstmals der Vorwurf des Eindringens von "des Luthers falscher Lehr" in Perchtoldsdorf erhoben wird. 1528 Höhepunkt des Perchtoldsdorfer Kirchenstreits, Verlangen nach "deutscher Predigt im Spital" und nach Mitbestimmung der Bürger bei der Verwaltung des Pfarrvermögens. 1537 Aushub eines Brunnens im Wehrturm. 1554 Das Haus Marktplatz Nr. 10 wird als Rathaus in Verwendung genommen. 1556 Die im Jahre 1475 erfolgte Vereinigung der Pfarre mit der Wiener Dompropstei wird aufgehoben. Der Markt erhält das Recht, einen katholischen Priester für das Amt des Pfarrers vorzuschlagen und die Schulmeisterstelle zu besetzen. Um 1580 Beginn der Unterdrückung des evangelischen Bekenntnisses. 1588 Eine "Reformationskommission" verlangt von den Bürgern die Rückkehr zur katholischen Religion. Die Aufnahme in den Gemeindeverband wird an das katholische Bekenntnis gebunden. 1597 Einige Perchtoldsdorfer Hauer beteiligen sich an einem Aufstand der Weingartenarbeiter, der blutig unterdrückt wird. 1605 Aufstand des ungarischen Magnaten Stefan Bocskay. In Perchtoldsdorf werden Soldaten einquartiert. 1619 Während der Blockade Wiens durch die Truppen des böhmischen evangelischen Generals Heinrich Matthias Gf. v. Thurn kommt es zu Kontakten zwischen Thurnschen Soldaten und Bürgern von Perchtoldsdorf. 1623-1624 Ausweisung evangelischer Bürger, denen Kollaboration mit den Thurnschen Truppen vorgeworfen wird. 1630 Eine Feuersbrunst richtet in Perchtoldsdorf großen Schaden an. 1639 Neuerliche Brandkatastrophe in Perchtoldsdorf. Um 1650 Der durch Truppendurchmärsche und Einquartierungen schwer geschädigte Markt wird zahlungsunfähig. Zwangsverkauf von Gemeindeeigentum. 1679 Ausbruch einer großen Pestepidemie in Wien und Niederösterreich, die in der Umgebung von Perchtoldsdorf und wahrscheinlich auch im Markt selbst viele Opfer fordert. 1682 Im Zuge einer Visitation der "Zufluchtsorte" wird festgestellt, daß sich die Perchtoldsdorfer Kirchenbefestigung in gutem Zustand befindet. Um 1683 Am 16. Juli richten die in Niederösterreich eingedrungenen "Türken und Tataren" unter den Ortsbewohnern, die kurze Zeit vorher noch geglaubt hatten, sich mit eigener Kraft verteidigen zu können, ein Blutbad an. Der Markt wird vollkommen ausgeraubt, zahlreiche Einwohner werden in türkische Gefangenschaft verschleppt, viele kommen bei Fluchtversuchen um. Die meisten der insgesamt 260 Häuser des Marktes fallen den von Feinden und sonstigen Plünderern gelegten Bränden zum Opfer. November 1683 Balthasar Kleinschroth, Präfekt der Sängerknaben von Stift Heiligenkreuz, kommt nach Perchtoldsdorf und sieht die noch unbestatteten Opfer des Türkeneinbruchs am Marktplatz. Rückkehr der geflüchteten Perchtoldsdorfer in den Markt. 1684 Beginn des Wiederaufbaus. 1686 Guß der "Türkenglocke". 1691 Majestätsgesuch des Marktrates zur Erreichung eines 20jährigen Moratoriums zur Begleichung der Marktschulden. 1701 Wiederherstellung des Wehrturm-Daches; die Erker erhalten barocke Zwiebeldächer. 1713 Pestepidemie in Österreich. Perchtoldsdorf bleibt weitgehend verschont; Errichtung der Pestsäule am Marktplatz. 1718 1719 Beginn der barocken Volksschauspiele in Perchtoldsdorf. 1744 Maria Theresia und Franz Stephan v. Lothringen wohnen der Aufführung eines Passionsspiels in Perchtoldsdorf bei. 1745 Auflösung des Vizedomamtes; die vizedomischen Güter in Perchtoldsdorf kommen 1762 an das Stift Montserrat. 1771 Verbot der Passionsspiele. 1783 Einschränkung des Prozessions- und Wallfahrtswesens. Josefinische Pfarregulierung: Rodaun und Kaltenleutgeben werden aus der Pfarre Perchtoldsdorf ausgegliedert. 1777 Errichtung von Manufakturen im Eisenböckhof: Wachstuchfabrik Lafontaine; Manchesterfabrik Sire. 1784 Auflösung der Bruderschaften, Einziehung ihres Vermögens zum Religionsfonds bzw. Pfarrarmeninstitut. Schließung der Spitalskirche, Verkauf des Inventars, Beginn des Abbruchs. 1785 Aufhebung der Ratsverfassung; an Stelle von Richter und Rat tritt der "regulierte Magistrat". 1786 Abtragung der Markttore mit Ausnahme des Wiener Tores. 1787 Errichtung einer Flachsspinnerei im Knappenhof. 1788 Baubeginn der Schule Marktplatz 2 (Fertigstellung 1797). 1791 Abbruch der Festungsmauern um die Kirche. 1793 Errichtung der Kattundruckerei Chazel im Knappenhof. 1799 Ernennung von Ambros Rieder zum Schulmeister. 1800 Ankauf der nachmaligen Bürgerhäuser durch den Markt, Umwandlung in eine Kaserne. 1809 Einquartierung französischer Truppen. 1818 Abtragung des Wiener Tores. 1820 Errichtung eines Kurbades. 1826 Wiedereinweihung der Spitalskirche. 1832 Cholera - Epidemie. 1833 Restaurierung der Krypta der Pfarrkirche. 1841 Besuch Kaiser Ferdinands I. im Markt. 1842 Errichtung einer Fabriksschule im Knappenhof. 1852 Einrichtung einer Post-Expedition. 1854 Jesuitenmission. 1861 Beginn der Regotisierung der Pfarrkirche. 1869 Errichtung eines Gendarmerie-Postens. 1870 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. 1876/77 Verlegung des Friedhofes. 1883 Errichtung einer Dampftramway-Linie Wien - Perchtoldsdorf. 1886 Gründung der Kinderbewahranstalt durch Dr. Josef Hyrtl. 1887 Auftreten der Reblaus. In der Folge werden viele Weingärten aufgegeben und als Baugründe verkauft. Entstehung gründerzeitlicher Villenviertel. 1896 Einführung der Gasbeleuchtung. 1902 Einrichtung einer Mädchenbürgerschule. 1914-1918 Erster Weltkrieg. Der Markt hat 178 Gefallene zu beklagen. 1914 Eröffnung des Schulneubaues am Leonhardiberg (Roseggergasse). 1920-1930 Drückende Wohnungsnot. 1921 Elektrifizierung der Straßenbeleuchtung. 1928 Beginn einer regen Bau- und Siedlungstätigkeit im Osten des Gemeindegebietes. 1931 800 Arbeitslose in Perchtoldsdorf. 1932 Ortsgruppe Perchtoldsdorf der NSDAP verlangt Auflösung des Gemeinderats. 1933 Türkenbefreiungsfeier. 1936 Weihe der nach dem Ersten Weltkrieg neu angeschafften Kirchenglocken. 1938 Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich. Perchtoldsdorf wird dem 25. Wiener Gemeindebezirk einverleibt. 1938-1945 Zweiter Weltkrieg. Der Markt hat 258 Tote und 60 Vermißte zu beklagen. Abzug der SS-Kampfeinheiten, Einmarsch der Roten Armee in Perchtoldsdorf. Bildung einer provisorischen Gemeindeverwaltung. 1945 Wiederaufnahme des Unterrichts in der Schule, die bis dahin als Lazarett gedient hatte. 1948 Typhusepidemie. 1954 Wiedereingliederung Perchtoldsdorfs in das Bundesland Niederösterreich. 1955 Gemeinderatswahl. Mandatsverteilung nach dem Ergebnis dieser Wahl: ÖVP 17, SPÖ 16, WDU 1, KLS 1. Mit Franz Kamtner stellt die ÖVP den Bürgermeister. 1957 Teile der Gemeinden Gießhübl und Kaltenleutgeben kommen zu Perchtoldsdorf. Der neu entstandene Ortsteil "Tirolerhof" wird ab 1960 besiedelt. 1960 Gemeinderatswahl. Mandatsverteilung im Gemeinderat: ÖVP 16, SPÖ 14, FPÖ 3, KLS 1, Liste Braun 1; Wiederwahl Franz Kamtners zum Bürgermeister. 1961 Beschluß des Flächenwidmungsplanes (Grundidee: "Perchtoldsdorf - die Stätte der Erholung") mit gleichzeitiger Schaffung eines Industriegebietes östlich der Südbahn. 1962 Einweihung der evangelischen Christkönigs-Kirche. 1964 Erwerbung des ehemaligen Bürgerspitals mit der Spitalskirche. 1964-1966 Restaurierung der ehemaligen Burg, Umgestaltung zu einem repräsentativen Veranstaltungsraum. 1965 Gemeinderatswahl. Mandatsverteilung im Gemeinderat: ÖVP 20, SPÖ 14, FPÖ 1. Franz Kamtner wird in seinem Bürgermeisteramt neuerlich bestätigt. Nach 1966 Restaurierung der historischen Bauten des Ortskernes (u.a. Rathaus, Wehrturm, Pfarrkirche) 1967 750-Jahr-Feier der Pfarre Perchtoldsdorf. Einweihung der Kirche "Maria Königin". 1968 Eröffnung der neuerbauten Volksschule in der Sebastian Kneipp-Gasse. 1969 Drucklegung des Werkes "Perchtoldsdorf im Mittelalter" von Silvia Petrin. 1970 Gemeinderatswahl. Mandatsverteilung im Gemeinderat: ÖVP 21, SPÖ 13, FPÖ 1. Franz Kamtner bleibt bis 1975 Bürgermeister. 1970 Einführung der "Kulturtage" (jetzt "Kulturherbst") in Perchtoldsdorf. 1973 Verschwisterung mit Donauwörth. 1974 Errichtung der Sportanlage an der Höhenstraße. 1975 Gemeinderatswahl. Mandatsverteilung im Gemeinderat: ÖVP 23, SPÖ 12, FPÖ 2. Wahl HR Siegfried Ludwigs zum Bürgermeister von Perchtoldsdorf. 1975 Einführung der alljährlich stattfindenden "Sommerspiele". 1978 Eröffnung des Gymnasiums. 1979 Errichtung des Freizeitzentrums. 1980 Gemeinderatswahl. Mandatsverteilung im Gemeinderat: ÖVP 24, SPÖ 11 und FPÖ 2 Sitze. Am 13. April wird Landeshauptmannstellvertreter HR Mag. Siegfried Ludwig neuerlich zum Bürgermeister gewählt. 1980 Eröffnung des Seniorenheimes in der Elisabethstraße. Ausbau des Kindergartenwesens: In der Sebastian Kneippgasse werden zwei neue Kindergärten errichtet. 1981 9. Februar: Nach seiner Wahl zum Landeshauptmann von Niederösterreich legt Siegfried Ludwig sein Bürgermeisteramt in Perchtoldsdorf zurück. Am 19. Februar wählt der Gemeinderat den bisherigen Vizebürgermeister Arch. Dipl.-Ing. Paul Katzberger einstimmig zum neuen Bürgermeister von Perchtoldsdorf. Nach 1981 Forcierung der Kulturarbeit, Ausbau des Ensembleschutzes. 1982 Gründung der "Franz Schmidt-Musikschule" durch die Marktgemeinde Perchtoldsdorf. 1983 Gedenkfeierlichkeiten zum 300. Jahrestag des Türkeneinfalls. Historischer Festzug. Als würdiger Abschluß des Gedenkjahres erscheint im Dezember die zweibändige "Geschichte des Marktes Perchtoldsdorf" von Silvia Petrin und Gertrude Ostrawsky. 1985 Gemeinderatswahl. Mandatsverteilung im Gemeinderat: ÖVP 25, SPÖ 9, FPÖ 1, VGÖ 2. Arch. Dipl.-Ing. Paul Katzberger wird neuerlich zum Bürgermeister gewählt. Nach 1985 Ortsplanung und Ortsbildgestaltung erlangen oberste Priorität; ein neues Raumordnungskonzept wird erarbeitet; die Wahrung der Interessen des Umweltschutzes findet Eingang in den Wirkungsbereich der Gemeinde; Entfaltung einer reichen Publikationstätigkeit. 1990 Gemeinderatswahl. Mandatsverteilung im Gemeinderat: ÖVP 20, SPÖ 8, FPÖ 5, |
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