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Marktgemeinde Perchtoldsdorf
tourismus
     
 

monsterbauprojekt im kaltenleutgebner tal mit dramatischen auswirkungen
auf trinkwasser und verkehr
 

Seit 1907 verfügt Perchtoldsdorf über eine eigene, autarke Wasserversorgung. Die Quellen dieser kommunalen Wasserleitung entspringen im Kaltenleutgebner Tal. Die zugehörigen Grundstücke auf Rodauner Gebiet waren von der Gemeinde Perchtoldsdorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts angekauft worden, um den Schutz der Quellen vorausschauend zu gewährleisten. Mit der NS-Machtübernahme 1938 wurde die bis dahin selbstständige Marktgemeinde Perchtoldsdorf aufgelöst und das Gemeindegebiet samt -eigentum der Stadt Wien zugeschlagen. Nunmehr plant die Stadt Wien im Quellgebiet der Perchtoldsdorfer Trinkwasserversorgung ein umstrittenes Monsterwohnbauprojekt: Auf dem 48.000m² großen Gelände der ehemaligen Perlmooser-Zementfabrik vor Kaltenleutgeben sind 450 neue Wohnungen vorgesehen.

Sanfte Entwicklung wie in Perchtoldsdorfer Theresienau wäre Vorbild
Perchtoldsdorfs Bürgermeister Martin Schuster zeigt sich verwundert: „Ursprünglich war von 220 die Rede, nunmehr wurde aus dem Wiener Rathaus verlautbart, dass es 450 Wohnungen werden.“ Er anerkennt das Verwertungsinteresse des Bauträgers, stellt aber die Dimensionen in Frage und verweist auf sanfte Entwicklungsmöglichkeiten, wie das aktuelle Beispiel „Perchtoldsdorfer Theresienau“ zeigt: „Hier haben wir auf einem 73.000m² Areal 40 Bauparzellen mit einem Mindestmaß von 1.100m² vorgesehen, die mit Ein- und Zweifamilienhäusern bebaut werden sollen, sodass 60-80 Wohneinheiten entstehen werden. Zusätzlich sind eine entsprechende Infrastruktur wie ein Supermarkt und Verkehrsanbindungen gegeben (etwa zur Autobahn), die im Kaltenleutgebner Tal erst zu schaffen wären.“

Monsterbauprojekt auf Zementfabrik gefährdet Perchtoldsdorfer Trinkwasser
Die geplanten Wohnungen liegen im dem Gebiet der Henneberg- und Prießnitzquelle, die 16 Prozent des Perchtoldsdorfer Wasserbedarfs speisen. Bei einer Gefährdung der Trinkwassersicherheit in Perchtoldsdorf gibt es für Bürgermeister Schuster keinerlei Spielraum. Er befürchtet auch ein gewaltiges Verkehrschaos: „Mit weiteren 49 Wohnungen, die auf dem Areal der ehemaligen Polsterer-Mühle in Kaltenleutgeben entstehen, drohen mindestens tausend neue Einwohner mit ihren Autos das Nadelöhr in der Ketzergasse und Hochstraße vor den Toren Perchtoldsdorfs lahmzulegen, denn schon jetzt geht dort zu den Stoßzeiten nichts mehr.“

Massiver Protest kommt auch von der Bürgerinitiative „Rodaun droht Verkehrsinfarkt“. Sie hat bereits 1.200 Unterschriften gegen die Wohnbauprojekte gesammelt. Obmann Gerd Zöhling: „Wir wollen, dass dort überhaupt nichts mehr gebaut wird. Wir befürchten nämlich eine Zunahme des Verkehrs um über 100 Prozent.“ 

 

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©  CraXplore
Im engen Kaltenleutgebner Tal sollen auf dem Gelände der Zementfabrik 450 Wohnungen entstehen.
© CraXplore, www.flickr.com

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